Horn von Afrika und Südsudan

Horn von Afrika und Südsudan

Das Horn von Afrika ist eines von nur zwei Biodiversitäts-Hotspots im ariden Bereich der Erde. Die Region leidet vor allem an zu hohem Beweidungsdruck, was zu einem großen Habitat-Verlust führte. Nur noch ein Bruchteil ist vom ursprünglichen Ökosystem erhalten geblieben. Im Sokotra-Archipel ist die Fischerei und die zunehmende Versiegelung der Landschaft ein großes Problem. Die wirtschaftliche Entwicklung hinkt hinter dem rasanten Bevölkerungswachstum her, sodass über die mittelfristige Zukunft nur spekuliert werden kann.

Das Horn von Afrika stellt die internationale Staatengemeinschaft vor enorme, von allgemeiner Ratlosigkeit geprägte Herausforderungen. Darüber hinaus ist zu beachten, dass die Entwicklung im Sudan wesentliche Auswirkungen auf die Gesamtregion haben wird. Eine weitere Destabilisierung der Region aufgrund einer Kette schwacher Staaten, die Migrationsströme hervorbringen und Gewaltakteure anziehen, läuft den Interessen Europas diametral zuwider.

Auf dem Zeichenbrett

  • Technische Vorstudie: Der neuen südsudanesischen Regierung (welche in absehbarer Zeit auf substantielle Öleinnahmen zurückgreifen können sollte) wird die Entwicklung einer solaren Ziegelsteinproduktion vorgeschlagen: Da im Schwemmland zwischen den beiden Strömen keinerlei grobstrukturiertes mineralisches Baumaterial natürlicherweise vorkommt,  könnten aus gebranntem Ton Strassendämme aufgeschüttet oder solche direkt eingebrannt werden. Tausende von Quadratkilometern fruchtbares Schwemmland zwischen dem blauen und weissen Nil könnten auch ackerbaulich genutzt werden, wenn feste Strassenkörper vorhanden wären. Lehm und Sonnenenergie sind zwei unerschöpfliche lokale Ressourcen. Das Projekt müsste so dimensioniert sein, dass sowohl der ökologischen Nachhaltigkeit als auch der  agrarökonomischen Potentiale der Region Rechnung getragen würde. Im Gegensatz zum monströsen Projekt des Jonglei-Kanales würde also nicht Wasser ‚abgegraben‘ und umgeleitet, sondern dank diesem könnte der Sudd selbst in einem ausgewogenen Masse kultiviert werden.
  • Juristische Machbarkeitsstudie: Die EU hat eine multinationale Operation Atalanta zum Schutz von humanitären Hilfslieferungen nach Somalia, der freien Seefahrt und zur Bekämpfung der Piraterie im indischen Ozean ins Leben gerufen. Die Studie EAGLE RAYS im Cluster Transnationaler Schutz untersucht eine Alternative zu Atalanta.
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