Nachwachsende Ressourcen

Nachwachsende Ressourcen

Die Weltmarktpreise für Grundnahrungsmittel haben 2008 nominell einen historischen Höchststand erreicht und steigen erneut. Dies ist zweifelslos ein Zeichen für eine zunehmende Ernährungsunsicherheit auf dem Planeten. Allerdings gibt es verschiedene, sich teilweise gegenseitig bedingende Faktoren, welche dieses Phänomen mitverursachen. Nichtsdestotrotz sind die steigende Weltbevölkerung und neue Konsumentenbedürfnisse in den Schwellenländern einerseits sowie Bodendegradation und schwindende Grundwasserreserven andererseits Fakten, die gegen eine Entspannung der Ernährungssituation sprechen.

Mikrosysteme in der Nahrungsproduktion werden in Zukunft vermehrt das Welternährungssystem ergänzen müssen. Die bäuerliche Subsistenzwirtschaft in Entwicklungsländern macht nicht nur Sinn im ländlichen, sondern auch im städtischen Raum. Auch in industrialisierten Ländern kann der Einsatz von Mikroproduktionssystemen interessant werden: www.urbanfarmers.ch. Selbstverständlich ist auch die Nischenproduktion von landwirtschaftlichen Spezialitäten in wirtschaftlich hochentwickelten Ländern ökologisch und ökonomisch sinnvoll.

Von regionalen ökonomischen und ökologischen Kostenvorteilen bei den Primärprodukten Holz, Hülsenfrüchte, Getreide, Speiseöle und Baumwolle sowie bei tierischen Produkten wie Fisch, Fleisch und Milchpulver können Produzenten, Konsumenten und die Natur gleichermassen profitieren, wenn überall vergleichbare, hohe Produktionstandards angesetzt werden. Diese homogenen und deshalb klassifizierbaren Produkte werden weltweit gelagert, gehandelt und können dank Schiffstransporten von relativ wenigen Überschussproduzenten kostengünstig und mit einem bescheidenen ökologischen Fussabdruck in eine Vielzahl von Länder mit ungenügender Produktion exportiert werden. Der freie Handel mit diesen Produkten ist im eigentlichsten Sinne des Wortes notwendig bzw. Not abwendend. Gleichzeitig wird durch Spekulation, protektionistische Massnahmen und mangelhafte Produktionsstandards der Markt zu Ungunsten bedürftiger Konsumenten und kleiner Produzenten verzerrt. Zu oft wird auch das Wohl der Nutztiere ausgeblendet. Letzteren muss und kann aber bis und mit Schlachtung unbedingt Aufmerksamkeit geschenkt werden – weil diesbezügliche Ethik und langfristige marktwirtschaftliche Interessen angesichts sich ändernder Wertevorstellungen (insbesondere auch in westlichen Gesellschaften) zu konvergieren beginnen.

Auf der Werkbank

  • Das Pilotprojekt CARPE CARPAM von ANTHILLS fördert die Karpfenteichwirtschaft in Kombination mit der Nebenzucht von europäischen Welsen in gemässigten Klimazonen mit modifizierten Hälterungssystemen und einer neuen Vermarktungsstrategie. Der Überfischung der Weltmeere bei gleichzeitig weltweit steigendem Fischkonsum wird so eine Alternative entgegengehalten, ohne auf teilweise problematische intensive Fischzuchten zurückgreifen zu müssen.

Auf dem Zeichenbrett

  • Vorstudie: Solare Meerwasserentsalzung zwecks Bewässerung arider Küstenstreifen
  • Vorstudie: Tierfreundlichkeitslabel für Rindfleisch aus Argentinien und Uruguay
  • Analyse: International handelbare Waldnutzungsrechte in Neuseeland
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